Widersprüchliche Daten zum Frakturrisiko

San Francisco, 18. 2. 2010

Die HIV-Infektion scheint ein unabhängiger Risikofaktor für die Osteoporose zu sein. Ob auch osteoporotische Frakturen bei HIV-Positiven häufiger sind, ist allerdings nach wie vor umstritten.

Ein Vergleich der Frakturraten in der amerikanischen HOPS-Kohorte (n=8456) erlitten HIV-Infizierte 4mal häufiger Frakturen als gleichaltrige HIV-negative Amerikaner. Insbesondere Frakturen nicht an den Extremitäten waren häufiger (40% vs. 34%). Unabhängige Risikofaktoren waren ein schlechter Immunstatus (CD4-Zellen <200/ml), Diabetes, eine Hepatitis C-Koinfektion, Diabetes mellitus und Substanzmißbrauch.

Bei Älteren auf Risikofaktoren achten

Dagegen war die HIV-Infektion in der Analyse der Daten der VACS (Veterans Aging Cohort Study, n=40.216 Männer) kein Risikofaktor für Frakturen. Hüft- und Wirbelfrakturen waren jedoch bei älteren HIV-Infizierten etwas häufiger. Das Risiko einer solchen Fraktur bei über 50jährigen wurde durch die HIV-Infektion um rund 30% gesteigert. Aus diesem Grund empfehlen die Autoren eine Knochendichtemessung bei Patienten, die neben HIV noch weitere Risikofaktoren aufweisen.

Prämenopausale Frauen nicht gefährdet

In der WIHS (Women´s Interagency HIV Study), an der 1728 HIV-positive Frauen teilnahmen war HIV beim Vergleich mit HIV-negativen Kontrollen im Verlauf der 5jährigen Beobachtung nach Adjustierung für die traditionellen Risikofaktoren kein unabhängiger Faktor. Somit scheinen zumindest prämenopausale HIV-positive Frauen kein erhöhtes Risiko für osteoporotische Frakturen zu haben.

DAIG LogoDGI LogoDSTIG LogoPEG Logo

Meldungen

  • Penisvergrößerung

    20. Juli 2026: Neue OP-Technik weiter

  • Cyclospora cayetanensis

    20. Juli 2026: Ausbruch in den USA weiter

  • Ebola

    20. Juli 2026: Impfstoff-Studie startet weiter

  • Epidemiologie

    14. Juli 2026: Aktuell: Masern, Dengue, MPOX und Ebola weiter

  • Newletter online

    Jeden Monat akutelle Informationen rund ums Thema HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen.

    Für Ärzt_innen, Menschen mit HIV und alle Interessierten.

    Anmeldung hier

  • Transsexualität

    13. Juli 2026: Transmänner - Schwangerschaft und Geburten weiter

  • Hepatitis C

    12. Juli 2026: Sofosbuvir/Velpatasvir-Konzentration in Muttermilch weiter

  • Sexuell übertragbare Infektion

    07. Juli 2026: Faziale Klebisellen-Folliculitis durch ano-oralen Kontakt weiter

  • Marburg-Virus

    07. Juli 2026: Erstmals sexuelle Transmission beschrieben weiter

  • Reisemedizin

    06. Juli 2026: Aktualisierung der Reiseimpfempfehlungen 2026 weiter

  • Robotik

    06. Juli 2026: Taucheranzug für Kakerlaken weiter

  • Hannibal

    06. Juli 2026: Wahrscheinlichster Weg des Alpenübergangs weiter

  • Immunschwäche

    02. Juli 2026: ZNS-Lymphome weiter

  • HTLV-1/HIV

    02. Juli 2026: Transmissionsrisiko von HTLV-1 beim Stillen erhöht weiter

  • Nahrungsergänzungsmittel und mehr:

    30. Juni 2026: Die Relevanz von Interaktionen mit der antiretroviralen Therapie weiter

  • Phagentherapie

    28. Juni 2026: 15 Millionen Förderung für klinisches Projekt REPhRAME weiter

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.