PrEP: Auf die Adhärenz kommt es an

Seattle, 6. 3. 2012

Zwei PrEP-Studien, zwei konträre Ergebnisse: In der Studie Partners PrEP verminderte die regelmäßige Einnahme von Tenofovir bzw. Tenofovir/Emtricitabin das Risiko einer HIV-Infektion um 90%. In FEM-PrEP zeigte sich dagegen kein protektiver Effekt.

Die Ergebnisse der beiden Studien Partners PrEP-Studie (4758 serdiskordante Paare in Kenia und Uganda) und FEM-PrEP (2056 Frauen in Südafrika, Kenia und Tansania) waren schon vor der CROI bekannt.  In Partner-Prep verminderte Tenofovir/Emtricitabin bzw. Tenofovir allein das Risiko einer HIV-Infektion um 75% bzw 67%. Beide Medikamente wirkten gleich gut und zwar  bei Männern und Frauen und unabhängig von der Viruslast des Partners. In FEM-PrRP zeigte TDF/FTC dagegen keinen präventiven Effekt. Der Grund: Weniger als 40% der jungen Frauen in FEM-PrEP hatten nachweisbare Medikamentenspiegel im Blut im Vergleich zu über 80% der negativen Partner in Partners PrEP.  In dieser Studie verminderte ein nachweisbarer Medikamentenspiegel das Risiko einer HIV-Infektion um 90%.

Interessanterweise hatten jedoch 95% der Frauen in FEM-PrEP angegeben regelmäßig die Tabletten zu nehmen und auch die Pillenzählung ergab eine Adhärenz über 85%. Wie es zu dieser Diskrepanz kam, ist unklar. Möglicherweise haben die Frauen ihr persönliches HIV-Risiko anders als die Forscher als gering eingeschätzt.


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