IAC 2008 
Efavirenz bei fortgeschrittenem Immundefekt besser als Lopinavir/r
In einer mexikanischen Studie an therapienaiven Patienten mit CD4-Zellen <200/µl hatte
Efavirenz einen signifikant besseren virologischen Effekt als Lopinavir/r. Der immunologische Effekt war
vergleichbar.
An der Studie nahmen 11 mexikanische Zentren und 198 therapienaive Patienten mit fortgeschrittenem
Immundefekt teil. Im Schnitt lag die CD4-Zahl zu Baseline bei 64/µl bzw. 52/µl. 42% bzw. 45% der
Patienten hatten weniger als 50 Zellen/µl. Die Viruslast lag bei 70% der Patienten >75.000
Kopien/ml.
Die Patienten wurden mit Efavirenz oder Lopinavir/r (Weichkapseln) behandelt jeweils in Kombination mit
Zidovudin/Lamivudin. Nach 48 Wochen hatten in der ITT-Analyse 70% der Patienten im Efavirenz-Arm und 53%
im Lopinavir/r-Arm eine Viruslast <50 Kopien/ml (p=0.0141). Die Studie war auf Nicht-Unterlegenheit
angelegt mit einer Differenz von 12%. Der Unterschied von 17% erlaubt nach Worten des Studienleiters
Sierra Madero trotz eines relativ weiten Konfidenzintervalls von 3.5% - +31% die Aussage, dass Efavirenz überlegen
ist. Im Hinblick auf den Anteil der Patienten <400 Kopien/ml ergab sich kein signifikanter Unterschied
(73% vs 65%, p=0.2). Die CD4-Zahl unter Efavirenz stieg um 156/µl, unter Lopinavir/r um 170/µl.
Mehr Abbrüche unter Lopinavir/r
In der Lopinavir/r-Gruppe brachen mehr Patienten die Therapie ab als in der Efavirenz-Gruppe (34% vs.
27%), meist wegen virologischem Versagen oder Unverträglichkeit (22.3% vs 17.8%). Die Blutfette waren
unter dem geboosterten Proteasehemmer ebenfalls höher als unter Efavirenz.
Kein Industriesponsoring
Die Studie wurde von zwei mexikanischen Fonds unterstützt.
Sierra Madero J et al. A prospective, randomized, open label trial of efavirenz versus lopinavir/ritonavir
based HAART among antiretroviral therapy naïve, HIV infected individuals presenting for care with CD4
cell counts <200/mm3 in Mexico. XVII International AIDS Conference, Mexico City, abstract TUAB0104,
2008.
IAC 2008
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