Efavirenz bei fortgeschrittenem Immundefekt besser als Lopinavir/r

In einer mexikanischen Studie an therapienaiven Patienten mit CD4-Zellen <200/µl hatte Efavirenz einen signifikant besseren virologischen Effekt als Lopinavir/r. Der immunologische Effekt war vergleichbar.

An der Studie nahmen 11 mexikanische Zentren und 198 therapienaive Patienten mit fortgeschrittenem Immundefekt teil. Im Schnitt lag die CD4-Zahl zu Baseline bei 64/µl bzw. 52/µl. 42% bzw. 45% der Patienten hatten weniger als 50 Zellen/µl. Die Viruslast lag bei 70% der Patienten >75.000 Kopien/ml.

Die Patienten wurden mit Efavirenz oder Lopinavir/r (Weichkapseln) behandelt jeweils in Kombination mit Zidovudin/Lamivudin. Nach 48 Wochen hatten in der ITT-Analyse 70% der Patienten im Efavirenz-Arm und 53% im Lopinavir/r-Arm eine Viruslast <50 Kopien/ml (p=0.0141). Die Studie war auf Nicht-Unterlegenheit angelegt mit einer Differenz von 12%. Der Unterschied von 17% erlaubt nach Worten des Studienleiters Sierra Madero trotz eines relativ weiten Konfidenzintervalls von 3.5% - +31% die Aussage, dass Efavirenz überlegen ist. Im Hinblick auf den Anteil der Patienten <400 Kopien/ml ergab sich kein signifikanter Unterschied (73% vs 65%, p=0.2). Die CD4-Zahl unter Efavirenz stieg um 156/µl, unter Lopinavir/r um 170/µl.

Mehr Abbrüche unter Lopinavir/r

In der Lopinavir/r-Gruppe brachen mehr Patienten die Therapie ab als in der Efavirenz-Gruppe (34% vs. 27%), meist wegen virologischem Versagen oder Unverträglichkeit (22.3% vs 17.8%). Die Blutfette waren unter dem geboosterten Proteasehemmer ebenfalls höher als unter Efavirenz.

Kein Industriesponsoring

Die Studie wurde von zwei mexikanischen Fonds unterstützt.

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