ART und Gewicht

21. Oktober 2019

Mehr Gewichtszunahme unter modernen Regimen.

Acht randomisierte Gilead-Studien an mehr als 5000 therapienaiven Patienten (2003-2019) wurden im Hinblick auf den Verlauf des Gewichts analysiert. Es zeigte sich, dass die Patienten unter modernen Regimen mehr Gewicht zunehmen.

Innerhalb von 96 Wochen kam es zu einer Gewichtszunahme von im Schnitt 2 kg, wobei 48.6%, 36.6% und 17.3% mindestens 3%, 5% und 10% ihres Körpergewichts zugelegt hatten.

Prädiktoren für eine Gewichtzunahme allgemein sowie eine Zunahme von mehr als 10% des Körpergewichts waren gleichermaßen schlechter Immunstatus, hohe Viruslast, kein IV-Drogengebrauch, weibliches Geschlecht und schwarze Hautfarbe.

Die Patienten nahmen

  • unter Integrastehemmern (INSTI) mehr zu als unter NNRTI und Proteasehemmer (PI)
  • unter Dolutegravir oder Biktegravir mehr zu als unter Elvigetragvir/c
  • unter TAF mehr als unter TDF, ABC oder ZDV
Im Lauf von 96 Wochen betrug die Zunahme unter
  • INSTI 3,24 kg (Dolutegravir und Biktagravir vergleichbar)
  • NNRTI 1,93 kg
  • PI 1,72 kg
  • TAF 4,25 kg
  • ABC 3,08 kg
  • TDF 2,07 kg
  • ZDV 0,39 kg.


Zucker – und Fettstoffwechsel sowie Blutdruck blieben im Wesentlichen unverändert.


Kommentar Dr. Ramona Pauli, München

INSTI und TAF – ja, das kann dick machen.

Die Diskussion um Gewichtszunahme unter modernen ART-Regimen, sprich Integrasehemmern und TAF, läuft mittlerweile über ein Jahr. Nun hat Gilead Sciences eine Auswertung der gesponserten Vergleichsstudien seit 2003 vorgelegt. Die Daten, die überwiegend an weißen therapienaiven Männern erhoben wurden, bestätigen die Ergebnisse der Studie ADVANCE, an der viele Afrikanerinnen teilgenommen hatten. Biktegravir und Dolutegravir sowie TAF führen zu einer stärkeren Gewichtszunahme als PI, NNRTI und andere NRTI. Fast jeder fünfte Patient*in nahm innerhalb von 2 Jahren mehr als 10% seines Körpergewichts zu. Prädiktoren: Weibliches Geschlecht und schwarze Hautfarbe.

Und jetzt?

Das ist gut zu wissen, doch was ist die Konsequenz? Was bedeutet das für die Praxis? Die Autoren der Metaanalyse mahnen mehr auf „Gewicht, Lebensstil und Bewegung“ zu achten. Das ist banal, das sollte man ohnehin tun, schließlich war fast Hälfte der Teilnehmer übergewichtig. Wichtig erscheint mir hier, das Gewicht regelmäßig zu kontrollieren - insbesondere im ersten Jahr - und ggf. das Regime zu wechseln.

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