Nutzen der DAA bei fortgeschrittener Zirrhose?

Barcelona, 15.April 2016

Ausgewertet wurden die Daten von 843 Patienten mit klinischen Zeichen der Zirrhose im spanischen Hepa-C Register. Die Patienten mit kompensierter Zirrhose (CPA, MELD 8) und dekompensierter Zirrhose (CPB/C, n=175, MELD 15) wurden mit verschiedenen DAA-Regimen behandelt. 45% erhielten SOF/SIM, 22% SOF/DAC, 10% 3D sowie andere Regime, die bei der Mehrzahl der Patienten mit Ribavirin kombiniert wurden.

Die SVR bei CPA (n= 595) lag bei 94%, bei CP B/C (n=131) bei 78%.

Patienten mit CP B/C hatten häufiger gravierende Nebenwirkungen. Unerwünschte , z.B. Transfusionspflichtige Anämie, Dekompensation usw.. Prädiktor für Nebenwirkungen sowie für Tod nach der Therapie war ein MELD über 18. 36 Wochen nach Therapie lebten noch 97% der Patienten mit MELD <18 um Vergleich zu 68% mit MELD >18 bei Thearpiebeginn (p < 0.001). Jeder vierte Patient mit weit fortgeschrittener Zirrhose starb.

Auch war der Einfluss der Heilung der Hepatitis C auf den MELD nur gering – bei 90% der Patienten zu gering um klinisch relevant zu sein, meinte der Autor der Studie Dr Fernández Carrillo.

Eine andere, kleinere europäische Analyse (n=103) fand dagegen, dass 20% der Patienten mit dekompensierter Zirrhose von einer SVR profitierten mit einer Verbesserung des MELD um vier und mehr Punkte und im Lauf eines Jahres sogar von der Warteliste genommen werden konnten.

Kommentar Dr. Ramona Pauli, München

Bei Patienten mit fortgeschrittener Zirrhose müssen Risiko und möglicher Nutzen der DAA-Therapie genau gegen einander abgewogen werden. Je höher der MELD umso größer das Risiko und umso geringer der Nutzen. Aber wo genau ist der Cut-off? Diese Frage werden auch künftige Studien nicht eindeutig beantworten. Es wird immer eine individuelle Entscheidung bleiben. Heute ist jedoch klarer als gestern, dass das Risiko den Nutzen bei Patienten mit MELD >18 meist überwiegt.


DAIG LogoDGI LogoDSTIG LogoPEG Logo

Meldungen

  • BIC/FTC/TAF in der HIV-Therapie

    30. Januar 2026: BICSTaR-Studie: Langzeitwirksamkeit im klinischen Alltag weiter

  • Chlamydien

    30. Januar 2026: Inanspruchnahme des Screenings erhöhen weiter

  • MERS

    29. Januar 2026: Impfstoffkandidat zeigt langanhaltende Immunantwort weiter

  • Nipah-Virus

    29. Januar 2026: Keine Gefahr für Europa weiter

  • HIV

    29. Januar 2026: Welche Jugendliche mit HIV profitieren von Vitamin D/Kalzium-Gabe? weiter

  • Respiratorische Viren

    29. Januar 2026: Aktuelles Infektionsgeschehen weiter

  • Newletter online

    Jeden Monat akutelle Informationen rund ums Thema HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen.

    Für Ärzt_innen, Menschen mit HIV und alle Interessierten.

    Anmeldung hier

  • Doravirin

    28. Januar 2026: Was ist bei Doravirin anders? Video: Doravirin kurz erklärt weiter

  • Nachruf

    27. Januar 2026: Prof. Dr. Oliver Keppler weiter

  • Depot-Penicillin

    27. Januar 2026: Versorgungsmangel bei Benzylpenicillin-Benzathin weiter

  • Antibiotika

    23. Januar 2026: Trends in Deutschland 2010 – 2024 weiter

  • Sexuelle Gewalt

    23. Januar 2026: Neue Leitlinie zur Versorgung weiter

  • Appendizitis

    22. Januar 2026: Antibiotika bei unkomplizierter Appendizitis weiter

  • Impfempfehlungen

    22. Januar 2026: Übersicht zu relevanten Änderungen 2025 weiter

  • IAS 2027

    22. Januar 2026: Die 14. IAS-Konferenz wird in Genf stattfinden. weiter

  • Andmore

    22. Januar 2026: Penisgröße beeinflusst Attraktivität weiter

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.