Retherapie
SOF/VEL mit/ohne Proteasehemmer

Barcelona, 15. April 2016

Therapieversager nach DAA können erfolgreich behandelt werden entweder mit 2 DAA+Ribavirin 24 Wochen oder mit 3 DAA 12 Wochen.

In zwei multizentrischen Phase-2-Studien erhielten vorbehandelte Patienten 12 Wochen lang die 3er- Kombination Sofosbuvir (NS5B-Polymerasehemmer), Velpatasvir (pangenotypischer NS5A-Hemmer) und GS-9857 (pangenotypischer NS3/4A Proteasehemmer).

In der Studie, an denen Patienten mit allen Genotypen teilnahmen, hatte etwa die Hälfte GT 1, 16% GT 2, 27% GT3 3 und 7% GT 4 oder 6. Rund 50% hatten eine Zirrhose. 80% waren mit DAA vorbehandelt, 27% hatten einen NS5A-Hemmer, 60% hatten RAVs bei Studienbeginn.

Die SVR-Rate betrug 99% (100% GT 1, 2, 4/6, 97% GT 3). Es wurde nur ein Relaps beobachtet. Dies war eine 58jährige weiße Frau mit GT 3 und Zirrhose. Bei Therapiebeginn hatte sie eine NS5A-RAV. Bei Relaps 8 Wochen nach Therapieende wurde eine neue NS3-RAV nachgewiesen.

In der zweiten Studie TRIOLOGY-3 erhielten 49 mit DAA vorbehandelte Patienten mit GT1 die 3er-Kombination mit/ohne Ribavirin. 90% hatten GT1a, rund 50% eine Zirrhose. Die SVR-Rate lag bei 98%. In der Studie wurde nur ein Relaps beobachtet: ein 61jähriger schwarzer Mann mit Zirrhose, der zuvor 24 Wochen mit Sofosbuvir/Ledipasvir behandelt wurde. Bei Studienbeginn hatte der Mann drei NS5A-RAVs, nach dem Relaps zusätzlich eine neue NS5A-RAV plus vier NS3-RAVs. Ribavirin hatte keinen zusätzlichen Nutzen, führte aber erwartungsgemäß zu mehr Nebenwirkungen.

In einer dritten Studie erhielten Patienten nach Versagen Sofosbuvir/Velpatasvir mit/ohne GS-Proteasehemmer 24 Wochen Sofosbuvir/Velpatasvir mit Ribavirin (n=69, GT 1-3). Die SVR-Rate lag bei GT 1 und 2 auch bei Patienten mit vorbestehenden NS5A-RAVs sehr gut (SVR 99% und 100%), lediglich bei Patienten mit GT3 führten die NS5A-RAVs zu einer mit 77% deutlich niedrigeren SVR-Rate. 16 Patienten hatten GT3. 13/16 hatten NS5A-RAVs. 11/13 hatten Y93H und von diesen erreichten 9 (82%) die SVR. 5 Patienten hatten 2 und 3 Patienten 3 NS5A-RAVs. Alle 8 Patienten erreichten die SVR.

Kommentar Dr. Ramona Pauli, München

Nach Versagen einer DAA-Therapie bleiben meist Resistenzen zurück, von denen insbesondere die NS5A-RAVs länger persistieren und nachfolgende Optionen beeinträchtigen können. Derzeit werden zwei Strategien zur Lösung dieses Problems geprüft: Eine Verlängerung der Therapie mit/ohne zusätzlich Ribavirin sowie die Kombination von drei neueren DAA mit unterschiedlichem Wirkmechanismus mit/ohne Ribavirin. Letzteres scheint sehr gut zu funktionieren selbst bei Resistenzen und sogar ohne Ribavirin. Die längere Therapie mit Sofosbuvir/Velpatasvir plus Ribavirin scheint auch gut zu funktionieren – doch wie zuverlässig sind diese Daten angesichts der kleinen Patientenzahlen? Konsequenzen für die klinische Praxis kann man daraus nicht ableiten. Aber das Gefühl bleibt: Drei DAA wirken besser als zwei DAA, also lieber warten...


DAIG LogoDGI LogoDSTIG LogoPEG Logo

Meldungen

  • HIV-Infektionen steigen wieder

    31. Mai 2026: Gilead unterstützt HIV-Projekte weiter

  • HIV-Leitlinien

    31. Mai 2026: Update 2025: Die Neuerungen weiter

  • HIV-Infektion

    01. Juni 2026: Fortgeschrittener Immundefekt verschlechtert Prognose auch bei nicht HIV-assoziierten Tumoren weiter

  • Antibiotika

    01. Juni 2026: 2025 weniger Antibiotika verschrieben weiter

  • Newletter online

    Jeden Monat akutelle Informationen rund ums Thema HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen.

    Für Ärzt_innen, Menschen mit HIV und alle Interessierten.

    Anmeldung hier

  • Hepatitis C

    27. Mai 2026: Positives Votum für Maviret® weiter

  • HIV-ART

    27. Mai 2026: Gründe von PLHW für/gegen Long-Acting ART weiter

  • Hepatitis D

    27. Mai 2026: Hepcludex® jetzt auch in den USA zugelassen weiter

  • HIV-ART

    27. Mai 2026: Dolutegravir/Lamivudin für Kleinkinder weiter

  • HIV-ART

    27. Mai 2026: FDA gibt Bictegravir/Lenacapavir bevorzugte Bearbeitung weiter

  • Sexualmedizin

    25. Mai 2026: Nervenbahn der Klitoris erstmals detailliert dargestellt weiter

  • COVID-19

    21. Mai 2026: Ensitrelvir reduziert COVID-Risiko weiter

  • STI

    21. Mai 2026: Steiler Anstieg in Europa weiter

  • Lassa

    18. Mai 2026: Erste klinische Studie mit Favipiravir weiter

  • Bakteriophagen

    12. Mai 2026: Delta G Avaris GmbH hat Produktionsstandort in Hannover weiter

  • Prostatakarzinom

    12. Mai 2026: Testosteron verbessert sexuelle und körperliche Funktion weiter

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.