58. AASLD in Boston
Die 58. die Tagung der AASLD (American Association for the Study of Liver Diseases), in den USA auch
"Liver Meeting" genannt, findet in Boston statt. Im Mittelpunkt der Tagung stehen neue
Studienergebnisse bei Hepatitis B und C sowie Verbesserungen nach Lebertransplantation.
Spenderleber werden derzeit nach dem MELD-Score vergeben. Bei diesem Score spielt
das Kreatinin eine wichtige Rolle. Vor diesem Hintergrund ist der ungünstige Einfluss der
Calcineurin-Inhibitoren auf die Nierenfunktion ein wichtiger Grund nach Alternativen zu suchen. Zwei
Studien belegen, dass eine Immunsuppression mit weniger Calcineurin-Inhibitor gleich nach der
Transplantation oder auch Jahre später möglich ist und zwar ohne ungünstigen Einfluss auf
Transplantat und Verträglichkeit. 
Die Phase-2-Studien PROVE 1 und 2 haben gezeigt, dass der Proteasehemmer
Telaprevir in Kombination mit pegyliertem Interferon und Ribavirin das Ansprechen auf die Behandlung
deutlich verbessert und die Therapiedauer möglicherweise verkürzt werden kann. Auf Ribavirin
wird man jedoch auch in Zukunft nicht verzichten können. 
In der Leber einer rund 500 Jahre alten Kindermumie haben drei Labors unabhängig
voneinander HBV Genotyp C und HBsAg nachgewiesen. 
Die Wirksamkeit von Tenofovir wurde in zwei Studien an HBeAg-positiven und
-negativen Patienten gegen Adefovir geprüft und erwies sich in beiden Fällen als überlegen.

Mit Lamivudin und Adefovir vorbehandelte Patienten sind häufig und schwierig
zu behandeln. In einer deutschen Studie wurde Tenofovir erfolgreich eingesetzt.

Adefovir und Tenofovir sind beides Nukleotide. Dennoch haben in einer deutschen
Studie alle Patienten mit genotypisch nachgewiesener Adefovir-Resistenz gut auf Tenofovir angesprochen.

Eine neue Analyse der GLOBE-Studie belegt die gute Wirksamkeit von Telbuvidin bei
Patienten, die ähnliches Profil aufweisen wie die große Mehrzahl der Hepatitis-B-Patienten in
Deutschland. 
Die erneute Behandlung von Nonrespondern auf eine HCV-Therapie verbessert selbst
bei Dosissteigerung des Interferons zur Induktion sowie einer Verlängerung der Therapiedauer auf 72
Wochen die Chance auf ein langfristiges Ansprechen nur moderat. 
In der HALT-C-Studie wurden über 1000 Nonresponder auf eine HCV-Therapie mit
fortgeschrittener Fibrose 3,5 Jahre lang mit niedrig dosiertem pegyliertem Interferon behandelt. Die
Therapie hatte keinen relevanten Einfluss auf den klinsichen Verlauf. 
Prof.
Giuliano Ramadori, Universität Göttingen
Neue Konzepte zur Immunsuppression mit weniger Nephrotoxizität
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Dr.
Stefan Mauss, Zentrum für HIV und Hepato- gastro- enterologie, Düsseldorf
Nonresponse und Relapse: Immer noch schwierig zu behandeln?
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