Kontrazeption

Seattle, 6. 3. 2012

Erhöht die Schwangerschaftsverhütung mit der Dreimonatsspritze das Risiko einer HIV-Infektion? Diese Frage konnte auch eine neue Analyse nicht abschließend beantworten.

Bereits Mitte letzten Jahres hatten einige Untersuchungen ein höheres HIV-Risiko für afrikanische Frauen gezeigt, die zur Verhütung die Dreimonatsspritze anwandten. Auch die Analyse der Daten von 4866 Frauen der MIRA (Methods for Improving Reproductive Health in Africa)-Studie zeigte ein erhöhtes Risiko - allerdings nicht in jeder statistischen Analyse.

Bei der Analyse mit dem „Cox proportional hazards model“ erhöhte die Progesteronspritze das HIV-Risiko um 37% (aHR 1.37, 95% CI 1.01-1.86, p = 0.04) und auch in einem anderen statistischen Modell war das Risiko erhöht. Ein weiteres Modell sowie die Analyse der beiden verschiedenen Präparate allein, ergab dagegen  kein erhöhtes Risiko. Auch andere Kontrazeptiva waren nicht mit einem erhöhten Risiko verbunden. Insofern bleibt die Frage, ob die Dreimonatsspritze das HIV-Risiko erhöht unbeantwortet. Die WHO hat in einem Statement, das Ende Februar veröffentlicht wurde, nicht von der Dreimonatsspritze abgeraten, aber den Gebrauch von Kondomen empfohlen.

Im Falle einer HIV-Infektion fördert die hormonale Kontrazeption jedenfalls nicht die Progression der Erkrankung. Das ergab die Analyse der Daten von 2236 Frauen der Partners in Prevention-Studie.



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