Deckblatt HIV&More
  2011-Sonderausgabe

HIV&more Sonderausgabe 2011

Editorial

Berichte gegen das Vergessen!

Dreißig Jahre HIV/AIDS und fast 25 Jahre HIV-Therapie – was in den ersten Jahren eine mit Sicherheit tödlich verlaufende Immunschwäche war, ist dank der rasanten Entwicklung der antiretroviralen Therapie mittlerweile eine behandelbare Krankheit mit nahezu normaler Lebenserwartung, zumindest in den Industrieländern.  » Wie war es damals? »  Ein Mosaik persönlicher Erinnerungen weiter

ZEITZEUGEN


Prof. Rita Süusmuth, Berlin
„Wir bekämpfen die Krankheit, nicht die Menschen“

Mitte der 80er Jahre war ich als Bundesgesundheitsministerin plötzlich mit einem neuen Thema konfrontiert: AIDS. Ich habe die damalige Situation noch gut in Erinnerung, denn ich war gezwungen, mit einem für diese Sachlage völlig unzureichenden Wissen zu handeln. weiter

Bernd Aretz, Offenbach
Annäherungen – ein Bilderbogen

Die Regenbogenfahne flatterte im Sturm unter den dahinjagenden Wolken des kommenden Gewitters. Siebeneinhalb Minuten läutete die Stadtglocke der Frankfurter Paulskirche, während auf dem Römerberg Namen verlesen wurden. Das war im Februar 1990. Es war eine öffentliche Trauerfeier für unsere schwulen Freunde, vereinzelte heterosexuelle Frauen und Männer, darunter vor allem Menschen, die in der herrschenden Drogenpolitik keine Chance hatten zu überleben. weiter

Insa Bruns, Berlin
Wie man sich verschätzen kann

Sommer 1992 – ich fahre für vier Wochen zu Freunden, die in Conakry/Guinea in einem Entwicklungshilfeprojekt arbeiten. Der Urlaub stellt die Zäsur zu einem neuen Abschnitt in meinem Arbeitsleben dar, denn wenn ich wiederkomme, werde ich in der klinischen Forschung den Bereich HIV übernehmen, der bei Glaxo Deutschland neu eingerichtet wird – wie aufregend meine Arbeit zukünftig sein wird, ahne ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. weiter

Dr. Joachim Goldbach, Mainz
Erinnerung an eine therapeutische Innovation

Viele Mitarbeiter in der pharmazeutischen Industrie, die einmal im HIV-Bereich gearbeitet haben, sind auch in diesem Bereich geblieben – insbesondere wenn sie wie ich die Entwicklung und Einführung eines innovativen neuen Medikamentes begleiten durften.weiter

Dr. Jörg Gölz, Berlin
Ein kleines Mädchen bricht medizinische Ideologie

Seit 1982 erfasste die HIV-Epidemie die Gruppe der Heroinabhängigen in der BRD. Dies löste eine suchttherapeutische Revolution aus: Bis zu diesem Zeitpunkt war die Haltung gegenüber Drogenabhängigen geprägt von Prohibition, Abschreckung, Strafvollzug und einer auf Abstinenz zielenden therapeutischen Monokultur, die trotz der bescheidenen Erfolgsraten von Politik und Ärzteschaft mit Zähnen und Klauen verteidigt wurde. Mit Beginn der HIV-Epidemie begannen Ärzte in den szenenahen Vierteln der Großstädte zunehmend mit der Verschreibung von Opiaten an schwer kranke Drogenabhängige. weiter

Dr. Ulrich Heide, Bonn
Die Kraft der Kunst ermöglicht konkrete Hilfe

Bei dem Versuch, über AIDS zu sprechen, kommt der Kunst eine große Bedeutung zu, weil Kunst ein wesentlicher Aspekt emanzipierter menschlicher Existenz ist. Angst und Verdrängung hingegen, ganz typische Reaktionen nach dem Auftreten von AIDS, sind im Zweifel schlechte Ratgeber. weiter

Prof. Dr. Eilke Helm, Frankfurt
AIDS in Frankfurt

Vor 29 Jahren haben wir die ersten AIDS-Patienten behandelt. AIDS kam schleichend. Erst waren es nur wenige Erkrankte. Allmählich nahm die Zahl der Patienten zu. Plötzlich waren es viele. Nahezu alle waren jung, die überwiegende Mehrzahl waren homosexuelle Männer. In den ersten Jahren gab es keine Aussicht auf Heilung. Der Krankheitsverlauf führte zum Endstadium und damit in den Tod. weiter

Dr. Ulrich Hopf, Ahrensburg
Retrovir und die Hochseefischerei

Ein sicheres Zeichen beginnender Senilität ist die Beschäftigung mit der Geschichte des eigenen Berufslebens oder des eigenen Fachgebietes. Obwohl ich davon noch Abstand halten möchte, erinnere ich mich trotzdem gern an die spannenden Tage der Retrovir-Zulassung. weiter

Dr. Heribert Knechten, Aachen
Warum die DAGNÄ entstand

Im Jahr 1985 habe ich mich niedergelassen und gleich von Anfang an HIV-Patienten betreut. Die Patienten brauchten uns HIV-Schwerpunktärzte und wir erfüllten diese Aufgabe gerne. Doch anders als bei anderen Erkrankungen gab es für AIDS und HIV keine adäquate Vergütung. Erst durch den Zusammenschluss der niedergelassenen HIV-Ärzte in der DAGNÄ konnten entsprechende Verträge erkämpft werden. weiter

Claudia Kröger, Bremen
HIV aus verschiedenen beruflichen Perspektiven

HIV begleitete mich auf meinem beruflichen Werdegang von Anfang an: Zunächst im Rahmen meiner Tätigkeit als Arzthelferin in einer Praxis mit Hämophilie-Patienten, später als Außendienstmitarbeiterin bei der Einführung einer der ersten Proteasehemmer. weiter

Harriet Langanke, Köln
Die Wurzeln der DHIVA reichen weit zurück

Jahrelang hatte ich meine Kusine Ina aus den Augen verloren. Doch Anfang der 1990er Jahre kreuzten sich unerwartet unsere Wege. Ina war pädagogische Mitarbeiterin im Freien Tagungshaus Waldschlösschen. Ich arbeitete als stellvertretende Geschäftsführerin für die Nationale AIDS-Stiftung in Bonn. weiter

Dr. Dr. Wolfgang Müller, Köln
Wie Aids mich fand: Erinnerungen an fast 30 Jahre Aidsprävention

Ich hatte mir meine berufliche Karriere als Mediziner, die sehr weit gehend von Aids geprägt ist, anfangs ganz anders vorgestellt. Aids kam ungefragt zu mir, als ich die ersten Schritte auf einem ganz anderen beruflichen Weg machte. Aber ich merkte frühzeitig, wie sehr mich dieses Thema packte – und vor allem die mit ihm verbundenen Menschen. weiter

Prof. Dr. Elisabeth Pott, Köln
Ein persönlicher Rückblick auf mehr als 25 Jahre AIDS-Prävention

Es ist das Jahr 1985, als die Bundesrepublik Deutschland mit einer neuen, bis dahin völlig unbekannten Seuche konfrontiert wird, der Immunkrankheit AIDS. Die ersten Krankheits- und Todesfälle waren in Deutschland – etwa drei Jahre nach den USA – aufgetreten. weiter

Prof. Dr. Rer. Nat. Helga Rübsamen-Schaeff, Wuppertal
HIV: Das Erkennen einer erschreckenden Vielfalt

Als HIV Deutschland erreicht hatte, arbeitete ich in Frankfurt am Georg-Speyer-Haus an einem Virus, das aus der Gruppe der Retroviren (Krebsviren) stammte. HIV war durch die heutige Nobelpreisträgerin Françoise Barré-Sinoussi entdeckt worden und gehörte zu derselben Virusgruppe. Ich fragte mich, was ich als Virologin zur AIDS-Forschung beitragen könnte. weiter

Rainer Schilling, Berlin
Die Haut ist dünner geworden; das bleibt

Für HIV&more sprach Bernd Aretz mit dem langjährigen Schwulenreferenten und Gründungsmitglied der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH), Rainer Schilling. Zurzeit ist er im Vorstand der Berliner AIDS-Hilfe. Auf dem Tisch stapeln sich Arbeitspapiere und Zeitschriften rund um HIV, schwules Leben und Drogengebrauchskultur. Bevor Rainer Schilling 1987 zur DAH kam, hatte er schon als Herausgeber und Layouter die Zeitschriften „Emanzipation und Torso“, Ratgeber und Bücher betreut. weiter

Guido Vael, München
Ich verlange Respekt!

Im Spiegel vom 22. Mai 1982 erschien ein erster kurzer Artikel „Schreck von drüben“, worin über eine rätselhafte Krankheit in den USA berichtet wurde. Das Zitat von Prof. Fehrenbach „Für die Homosexuellen hat der Herr immer eine Peitsche bereit“ ließ uns aufhorchen. Was bahnte sich dort an? weiter

Sabine Weinmann, Berlin
In diesen bewegten und aktiven Zeiten lernte ich sehr viel

Während in den ersten fünf bis zehn Jahren der HIV/AIDS-Epidemie ausschließlich nur so genannte „Randgruppen“ als gefährdet benannt wurden, zeigte sich nach einiger Zeit, dass durchaus auch „Otto Normalverbraucher“ betroffen sein konnte. Zu dieser Zeit fing ich – noch ungetestet – an, in der AIDS-Hilfe zu arbeiten. Zunehmend bemerkte ich, dass immer mehr Frauen eine HIV-positive Diagnose bekamen und zur AIDS-Hilfe kamen. weiter


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